Wir sind die Generation die beim Rodeln noch sagte: Bahne frei Kartoffelbrei

Den nächsten Tag erinnert nichts mehr an dieses Naturspektakel, uns überrascht sogar Sonnenschein, zwar noch immer von dicken Wolken umgeben, aber immerhin. Und eine zweite Überraschung wartet auf uns, wir haben genau neben der Touristenattraktion geparkt, die wir heut besuchen wollen.

Sprich fußläufig erreichen wir das Gelände des Mount Resort. das ist quasi ein Touristenparadies, denn nicht ein oder zwei Attraktionen erwarten die Besucher hier, nein acht verschiedene Aktivitäten können von hier aus direkt unternommen werden.

Wir entscheiden uns für drei Stück von den Angeboten und Jan beginnt mit dem anstrengendsten, einem Hochhaus hohen Kletterpark. Nach einer kurzen Einweisung geht es auch schon los. Na, könnt ihr ihn finden?

Zahlreiche Hindernisse müssen hier überwunden werden und sogar ein Schlitten, der ja ganz passend für diese Ski Hochburg ist, dient als Hindernis.

Jan kämpft sich seinen Weg durch wackelnde Ringe, instabile Balken und Hängeleitern.

Ich gewinne dagegen immer mehr den Eindruck, dass ich alles richtig gemacht habe und die Entscheidung mir das Spektakel von unten anzusehen- Goldrichtig war.

Zum Schluß geht es noch einen Kletterwand mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden steil bergauf. Gut das Jan seine Wanderschuhe angelassen hat, die sind ja für dieses Mammutprojekt super hilfreich. (Sarkasmus)

Geschafft, geschafft kommt er freudestrahlend aus diese Höllenmaschine wieder heraus. Zeitweise war er der Einzige, der hier durch die über 50 Parcours geklettert ist und ich bin gespannt, welche Körperstellen ihm morgen früh mit Muskelkater begrüßen *hi hi

Im Winter geht es von hier aus in die Skigebiete rund um den 2456 Meter hohen Mt. MacKenzie. Im Sommer lockt der spektakuläre “The Pipe Mountain Coaster”, eine Art Einschienenbahn oder besser gesagt Sommerrodelbahn, mit der man entlang der 1,4 Kilometer lange Streck knapp 280 Meter in die Tiefe rast – als sei man mit einem Bob unterwegs!

Das wollen wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen, sodass nach einer kurzen Verschnaufpause es zu dieser besagten Bahn geht. Zunächst müssen wir natürlich nach oben gelangen. Wandern? Natürlich ist für die gewieften Touristen, wie uns, gesorgt.

Eine Bergbahn bringt uns nach oben. Bei der Hälfte des Berges muss man in die Nächste umsteigen, um weiter an die Spitze zu kommen, aber uns reicht die Hälfte denn von hier startet die Rodelbahn.

Wie beim Amt haben wir eine Nummer erhalten und müssten warten, bis wir dran sind. Da nicht viele “Rodler” anstehen, reihen wir uns einfach in die Gruppe “The Pipe Mountain Coaster” mit ein und siehe da, unsere Nummer wird gar nicht kontrolliert. Sozusagen Glück im Unglück.

Wir können sofort starten, doch vor uns befindet sich ein älteres Ehepaar, was schon jetzt die Hose vor Angst gestrichen voll hat 🙂 Im Schneckentempo bewegen wir uns deshalb den Berg hinab.

Wir sind nicht böse, denn wir zollen den Beiden Respekt, dass sie sich überhaupt getraut haben. Doch wir hatten uns die Abfahrt ein wenig anders vorgestellt.

Nicht lange haben wir Zeit den verlorenen Speedrausch nachzutrauern, denn die nächste Attraktion wartet schon auf uns. Wir probieren uns im …

Richtig erkannt. Wir probieren uns im Axtwerfen aus. Zum Glück habe ich diesmal einen Vorteil gegenüber Jan, denn er hat seine Kräfte ja schon deutlich beim Klettern erschöpft. Mark, der Aufseher vor Ort zeigt uns zwei Varianten, wie man die Axt ins Holz versenken kann. Es gibt zunächst ein paar Probewürfe, bevor es bei 10 mal ums Ganze geht. Wichtig, na klar die Mitte zu treffen und das Beil so zu werfen, das es auch noch im Holz stecken bleibt. Einmal trifft Jan eine ungünstige Stelle und die Axt kommt sogar ein Stück zurück. Also auch gar nicht mal so ungefährlich, aber sehr spaßig.

Ich spüre schon jetzt meinen nicht vorhandenen Bizeps und ärgere mich, verdammt ich werde auch morgen Muskelkater haben. Nicht nur Jan *zzz Weniger anstrengend ist unser nächster Ausflug. Mit der Seilbahn geht es erneut den Berg hinauf, diesmal nutzen wir aber auch noch die zweite Schwebebahn.

Die Gondel befördert uns bis ganz nach oben auf 1600 Höhenmeter und hier hat man einen atemberaubenden Blick über die Schneebedeckten Gipfel… wenn da nicht alles Wolkenverhangen wäre 🙂

Für Papi wäre hier der perfekte Platz, denn die Vorsaison hat begonnen und alles wird für die Skifahrer vorbereitet, ob hier eine Art Vorplatz oder eine weitere Abfahrtspiste entsteht ist noch nicht zuerkennen.

Wir befinden uns inzwischen mittig auf dem Mt. Mackenzie und könnten von hier aus auch noch auf 2400 Höhenmeter wandern. Doch wir entscheiden uns dagegen, dass ist heut wirklich zuviel des Guten und auch die Wetterlage wäre für dieses Vorhaben gefährlich. Wir machen nur einen kleinen ein Kilometer Ausflug zum “Revelstoke View”. Schon von hier aus hat man einen herrlichen Blick über das 7.000-Seelen-Städtchen.

(Mein Onkelchen könnte von diesem Tandem-Paragliding Startpunkt wahrscheinlich super mit seinem Drachen los düsen und hätte mit der Gondel auch ein gutes Transportmittel um ihn nach oben zu befördern. Nur mal so als Idee am Rande)

So langsam zieht der Wind wieder auf und dunkle Wolken tauchen ebenfalls am Horizont auf, wir machen uns somit an die Abfahrt. Doch Jan hält noch eine Überraschung parat. Bei der Hälfte steigen wir nicht in die nächste Gondel, die uns nach unten befördert, sondern haben noch ein Karte für “The Pipe Mountain Coaster”.

Diesmal befindet sich niemand vor uns und wir loten die maximal 40 km / h schnelle Rodelbahn voll aus.

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Das ist sehr fetzig und erst jetzt merken wir, was vorhin verpasst wurde.

Nach so vielen Adrenalinkicks stellt sich der Hunger ein und wir kochen uns in unseren eigenen Küche ein paar Nudeln mit leckerer gepimpter englischer Käsesoße. Als wir uns zum Essen niederlassen, trauen wir unseren Augen kaum, erneut trommelt der Regen mit viel getöse ans Fenster. Wir haben also optimal das Wetter abgepasst.

Durch den Regen entscheiden wir uns heute direkt weiter zu fahren und so vielleicht den Wetterkapriolen zu entfliehen. Über 200 Kilometer liegen vor uns, bis wir den Yoho Nationalpark erreichen. Der Scheibenwischer läuft auf Hochtouren und die Wolkenverhangenen Berge geben uns keinen Blick auf ihre majestätischen Gipfel frei.

Kurz vor dem Ziel klart das Wetter auf und wir sind optimistisch, dem Regen ein Schnippchen geschlagen zu haben. Unser nächster Campingplatz ist sehr klein gehalten und gehört einer Schweizerin. Die Überraschung ist natürlich groß, als sie auf unsere englische Frage, ob noch etwas frei ist, “deutsch” antwortet. Eine weiterer Aha- Effekt erwartet uns beim Blick auf die Uhr. Denn wir befinden uns plötzlich in einer anderen Zeitzone, das war uns so gar nicht bewusst gewesen. Doch Kanada hat über das ganze Land verteilt insgesamt 6 unterschiedliche Zeitzonen.

Typisch deutsch oder schweizerisch sind hier die Duschen gut ausgebaut und getrennt, somit brauchen wir mal nicht in unserer engen Nasszelle duschen, sondern nutzen natürlich die Chance. Außerdem ungewöhnlich, es gibt keine Zeitbegrenzung bei den Duschen, sprich wir könnten auch über eine Stunde planschen. Machen wir natürlich nicht, aber das nenne ich mal Service.

Zum Abendbrot haben wir nur noch wenig Lust etwas aufwendiges zu kochen, also gibt es eine leckere Nudel Cup instant Suppe. Jami.

Draußen lacht der Regen wohl eher uns aus, er hat leider wieder begonnen und man hört auch bereits ein leises Gewittergrollen. Nicht schon wieder.

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